Aromatherapie

«Die Aromatherapie ist eine ernst zu nehmende und auf naturwissenschaftlicher Basis begründbare, ergänzende Heilmethode, die sich von der Manipulation der Gefühle und von einer auf Plazebowirkung beruhenden Behandlungsmethode deutlich unterscheidet.» (Quelle: Buchbauer 2003b)

Schon vor Jahrtausenden wurden Menschen mit duftenden Pflanzen und Pflanzenteilen unterstützt. Zuerst durch das Räuchern, Ölauszüge (Gewürze in Fett gelagert) und dann später durch Destillation gewonnene ätherische Öle. Leider gerieten diese Anwendungen über die Zeit mehr und mehr in Vergessenheit.

Die wissenschaftliche Studie über die therapeutischen Eigenschaften ätherischer Öle begann mit dem französischen Chemiker und Parfümeur René-Maurice Gattefossé. Er verbrannte sich bei einem Experiment die linke Hand schwer. Voller Schmerz tauchte er die Hand in die am nächsten Stehende Flüssigkeit. Dies war ein Becherglas voll Lavendelöl. Daraufhin liess der Schmerz nach. Erstaunt darüber wiederholte er das mehrmals über Tage und die Wunde heilte, zum grossen Erstaunen des behandelnden Arztes, sauber und ohne Narbe ab. Daraufhin widmete Gattefossé den Rest seines Lebens der Erforschung der heilenden Eigenschaften ätherischer Öle. Nach dem Schreiben seines zweiten Buches «Les huiles essentielles hormones végétal» prägte er den Ausdruck Aromatherapie.

Ätherische Öle kommen in Pflanzenteilen wie Wurzeln, Blätter, Rinde, Blüten, Nadeln und Zweige, Harze, Fruchtschalen, Knospen, Früchte, Samen, Gras, Rhizome, Holz und Schoten vor. Sie können durch Wasser-/Dampfdestillation, aber auch durch Extraktion durch ein Lösungsmittel (z.B. Ethanol) oder Kaltpressung (Zitrusfrüchte) gewonnen werden.

Die ätherischen Öle können über die Nase (nasale Anwendung) über die Haut (topische Anwendung) oder über Magen und Darm zur Anwendung gelangen. Das letztere vor allem über den Einsatz von äth. Ölen in der Küche.

Je nachdem für welche Altersstufe und für welche Themen Mischungen mit ätherischen Ölen angefertigt und eingesetzt werden, dosiert man sie anders. Wenn ich zum Beispiel für einen gesunden Erwachsenen ein 10ml RollOn für die tägliche Hautpflege mache und da 2 Tropfen ätherisches Öl beimische, so nehme ich für dieselbe Menge für ein Kind, eine schwangere Frau oder auch einen älteren Menschen nur noch die Hälfte, d.h. 1 Tropfen ätherisches Öl.

Ebenfalls zur Aromatherapie gehören die Hydrolate/Pflanzenwasser. Dabei handelt es sich um das Wasser, welches zur Wasserdampfdestillation für die ätherischen Öle genutzt wird. Nachdem es als Dampf durch das Pflanzenmaterial durchzieht und von da die ätherischen Öle mittransportiert, kondensiert es danach wieder. Nachdem das ätherische Öl abgelassen wurde, bleibt das Wasser übrig. Dies beinhaltet noch einiges an pflanzlichen Wirkstoffen.

Da die Hydrolate jedoch viel milder auf der Haut angewendet werden können, eignen sie sich sehr für den Einsatz bei sensiblen Menschen wie Babys, Kinder, Schwangere und ältere Menschen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass nicht auch du Pflanzenwasser in deine tägliche Pflege und zur Unterstützung einsetzen kannst.

Mit Rosenhydrolat kann man beispielsweise gerötete Babypops beruhigen aber auch deine eigene Haut nach der Reinigung pflegen. Das Immortellenhydrolat hat einen etwas eigenen, starken Geschmack. Es hilft jedoch zuverlässig bei Prellungen, Blutergüssen und anderen schmerzhaften Einwirkungen am Bewegungsapparat.

Ich bin begeistert, was man mit diesen Naturwundern alles positiv beeinflussen kann.

Der dritte Schwerpunkt in der Aromatherapie sind die fetten Pflanzenöle. Diese sollen immer kaltgepresst und wie alle anderen Produkte, in guter Bioqualität sein. Hast du gewusst, dass kaltgepresste Öle im Kühlschrank gelagert werden sollten und sie deine Gesundheit positiv beeinflussen können? Pflanzenfette können zum Mischen für Anwendungen auf der Haut vielfältig eingesetzt werden aber auch pur für die innere und äussere Pflege sind sie Gold wert.

Hättest du gewusst, dass ein kaltgepresstes Baumnussöl den Progesteronspiegel beiinflussen kann? Dass Sanddornfruchtfleischöl zusammen mit Kokosöl eine gute Kombi bei Halsschmerzen sind oder das Olivenöl entzündungshemmende Wirkungen hat?

Ich nutze die fetten Öle regelmässig für meine Arbeit. Ich freue mich, wenn ich auch dir mehr darüber erzählen darf!!!